Glossar
Inhalt
Das Glossar schafft ein gemeinsames theoretisches Fundament. Hier werden die zentralen Fachbegriffe und Grundkonzepte definiert, die für das Verständnis der weiterführenden Inhalte vorausgesetzt werden. Alle Begriffe werden im Kontext des Kommunikationsdesign definiert.
Persuasion
Der Begriff Persuasion leitet sich vom lateinischen persuadere (überreden, überzeugen) ab und bezeichnet einen gezielten Kommunikationsprozess, der auf die Beeinflussung von Einstellungen oder Verhaltensweisen ausgerichtet ist. Ziel der persuasiven Kommunikation ist das Erreichen von Einstellungsänderungen, nicht Verständigung oder reiner Informationsaustausch.
Visuelle Persuasion
Visuelle Persuasion bezieht sich auf den gezielten Einsatz gestalterischer Mittel wie Bildsprache, Typografie oder Grafikelemente, um eine Botschaft zu verstärken und die Empfänger*innen zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Sie spielt eine entscheidende Rolle in Bereichen wie Werbung, politischer Kommunikation oder Awareness-Kampagnen.
Vorstellungsbild
Ein Vorstellungsbild ist eine rein mentale Repräsentation von Objekten, oder Sachverhalten, ohne direkten visuellen Input. Es entsteht im Bewusstsein durch Erinnerungen, Fantasie oder äußere Reize. Vorstellungs-bilder können gezielt durch visuelle Gestaltung ausgelöst werden und eine emotionale Wirkungen erzeugen.
Affektwirkung
Affekt
Ein Affekt ist eine intensive, kurz anhaltende Gefühls-regung (z.B. Wut oder Freude). Meist tritt er als Reaktion auf einen äußeren Reiz oder eine Vorstellung auf. Affekte sind oft mit körperlichen Reaktionen (z.B. Herzklopfen) verbunden. Ein Lächeln kann beispielsweise ein Reaktion für den Affekt Freude sein.
Kohärenzbildung
Kohärenz bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch „Zusammenhang“ bzw. „Zusammenhalt“. Kohärenz-bildung bezeichnet den kognitiven Prozess, bei dem einzelne Informationseinheiten zu einem logischen Sinnzusammenhang verknüpft werden. Dabei werden eigene Erfahrungen und Vorwissen aktiviert und mit den erhaltenen Informationen abgeglichen.
Erfahrungswissen
Erfahrungswissen ist Wissen, das durch praktische Tätigkeiten und persönliche Erfahrungen erworben wird. Da es auf individuellen Lebenserfahrungen beruht, ist es schwierig, Erfahrungswissen auf Gruppen zu übertragen oder von anderen zu replizieren. Es umfasst die Fähigkeit, komplexe Informationen zu verarbeiten und intuitive Entscheidungen zu treffen.
Hypothese der somatischen Marker
Die von António Damásio entwickelte Hypothese der somatischen Marker basiert auf der Annahme, dass körperliche Zustände, die mit früheren emotionalen Erfahrungen verknüpft sind, unsere Entscheidungen bedeutend beeinflussen. Diese sogenannten somatischen Marker fungieren als affektive Signale, die Handlungs-optionen unbewusst als positiv oder negativ bewerten.
Rhetorik
Rhetorik
Die Rhetorik nach Aristoteles wird als Kunst zu Überzeugen definiert. Dabei stützt sich Rhetorik klassisch auf die drei Appellformen Logos (rationales Argument), Ethos (Glaubwürdigkeit der sprechenden Person) und Pathos (emotionale Wirkung auf das Publikum). In der modernen Betrachtung umfasst Rhetorik nicht nur Sprache, sondern die Grundlagen sämtlicher Formen wirkungsvoller Kommunikation.
Rhetorische Stilmittel
Ein Merkmal rhetorischer Stilmittel (Metapher, Analogie, Synekdoche) ist die Abweichung vom normalen Sprachgebrauch, um die kommunikative Wirkung zu verstärken. Visuelle rhetorische Figuren übertragen klassische sprachliche Stilmittel auf die Bildgestaltung. Bei einer Metapher wird beispielsweise ein Bildelement durch ein anderes ersetzt, das diesem in seiner Bedeutung ähnelt.